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AECD-Embedding zur frühzeitigen Erkennung von Kryptomining-Malware

Eine neuartige Methode zur Früherkennung von Kryptomining-Malware mittels API-Embedding basierend auf Kategorie und DLL (AECD) mit TextCNN, die hohe Genauigkeit mit begrenzten initialen API-Sequenzen erreicht.
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PDF-Dokumentendeckel - AECD-Embedding zur frühzeitigen Erkennung von Kryptomining-Malware

1. Einleitung & Überblick

Kryptomining-Malware stellt eine erhebliche Bedrohung für die Systemsicherheit dar, verursacht Hardwareverschleiß und erheblichen Energieverbrauch. Die größte Herausforderung bei der Bekämpfung dieser Bedrohung liegt in der Früherkennung, ohne die Genauigkeit zu beeinträchtigen. Bestehende Methoden schaffen es oft nicht, diese beiden kritischen Aspekte in Einklang zu bringen. Dieses Papier stellt CEDMA (Cryptomining Malware Early Detection Method based on AECD Embedding) vor, einen neuartigen Ansatz, der die initialen API-Aufrufsequenzen der Softwareausführung nutzt. Durch die Fusion von API-Namen, ihren operationellen Kategorien und den aufrufenden DLLs zu einer umfassenden Repräsentation mittels der vorgeschlagenen AECD (API Embedding based on Category and DLL)-Methode und der anschließenden Anwendung eines TextCNN (Text Convolutional Neural Network)-Modells zielt CEDMA darauf ab, bösartige Mining-Aktivitäten frühzeitig und mit hoher Präzision zu erkennen.

Erkennungsgenauigkeit (Bekannte Proben)

98,21%

Erkennungsgenauigkeit (Unbekannte Proben)

96,76%

Eingabesequenzlänge

3.000 API-Aufrufe

2. Methodik: Das CEDMA-Framework

Die Kerninnovation von CEDMA ist seine vielschichtige Merkmalsrepräsentation für die frühe Verhaltensanalyse.

2.1 Der AECD-Embedding-Mechanismus

Die traditionelle Analyse von API-Sequenzen behandelt API-Aufrufe oft als einfache Tokens. AECD bereichert diese Repräsentation durch die Verkettung von Embeddings aus drei Quellen:

  1. API-Name-Embedding ($e_{api}$): Repräsentiert die spezifische aufgerufene Funktion (z.B. `CreateFileW`, `RegSetValueEx`).
  2. API-Kategorie-Embedding ($e_{cat}$): Repräsentiert den übergeordneten Operationstyp (z.B. Dateisystem, Registry, Netzwerk). Dies abstrahiert das Verhalten und unterstützt die Generalisierung.
  3. DLL-Embedding ($e_{dll}$): Repräsentiert die dynamische Linkbibliothek, aus der die API aufgerufen wird (z.B. `kernel32.dll`, `ntdll.dll`). Dies liefert Kontext über die Ausführungsumgebung.

Der finale AECD-Vektor für einen API-Aufruf $i$ wird konstruiert als: $v_i^{AECD} = [e_{api}^{(i)} \oplus e_{cat}^{(i)} \oplus e_{dll}^{(i)}]$, wobei $\oplus$ die Vektorkonkatenation bezeichnet. Dieses dreiteilige Embedding erfasst differenziertere Verhaltenssignaturen aus begrenzten initialen Ausführungsdaten.

2.2 TextCNN-Modellarchitektur

Die Sequenz von AECD-Vektoren (aus den ersten 3.000 API-Aufrufen) wird als "Text"-Dokument behandelt. Ein TextCNN-Modell wird aufgrund seiner Effizienz und seiner Fähigkeit, lokale sequentielle Muster (N-Gramm-Merkmale) zu erfassen, für die Klassifizierung eingesetzt. Das Modell besteht typischerweise aus:

  • Einer Embedding-Schicht (initialisiert mit AECD-Vektoren).
  • Mehreren Faltungsschichten (Convolutional Layers) mit unterschiedlichen Kernelgrößen (z.B. 3, 4, 5), um Merkmale aus verschiedenen "Gram"-Größen der API-Sequenz zu extrahieren.
  • Pooling- und vollständig verbundenen Schichten (Fully Connected Layers), die zu einer binären Klassifikationsausgabe (gutartig vs. Kryptomining-Malware) führen.

3. Experimentelle Ergebnisse & Leistung

Die vorgeschlagene CEDMA-Methode wurde rigoros auf einem Datensatz evaluiert, der verschiedene Kryptomining-Malware-Familien (zielend auf mehrere Kryptowährungen) und diverse gutartige Softwareproben umfasst.

Wesentliche Erkenntnisse:

  • Unter Verwendung von nur den ersten 3.000 API-Aufrufen nach der Ausführung erreichte CEDMA eine beeindruckende Genauigkeit von 98,21% bei bekannten Malware-Proben und 96,76% Genauigkeit bei zuvor unbekannten (unbekannten) Malware-Proben.
  • Die Leistung zeigt, dass das AECD-Embedding erfolgreich den inhärenten Informationsmangel in der Frühphasenanalyse kompensiert, indem es kategorialen und DLL-Kontext einbezieht.
  • Die Methode erkennt Malware effektiv vor der Herstellung einer Netzwerkverbindung, was für die frühzeitige Eindämmung und Schadensverhinderung entscheidend ist.

Diagrammbeschreibung (fiktiv): Ein Balkendiagramm, das die Genauigkeit (Accuracy), Präzision (Precision) und Trefferquote (Recall) von CEDMA (mit AECD) mit einem Baseline-Modell vergleicht, das nur API-Name-Embeddings verwendet. Das Diagramm würde deutliche Leistungssteigerungen bei allen Metriken für CEDMA zeigen, insbesondere bei der Trefferquote, was auf seine Robustheit bei der frühzeitigen Identifizierung echter Malware-Instanzen hinweist.

4. Technische Analyse & Kernaussagen

Kernaussage: Der grundlegende Durchbruch dieser Arbeit ist nicht nur eine weitere Anwendung neuronaler Netze; es ist eine Revolution im Feature-Engineering auf der Embedding-Ebene. Während die meisten Forschungsarbeiten komplexeren Modellen (z.B. Transformern) nachjagen, adressiert CEDMA klug das Grundproblem der Früherkennung: Datenknappheit. Durch die direkte Einspritzung von semantischem (Kategorie) und umgebungsbezogenem (DLL) Kontext in den Merkmalsvektor reichert es künstlich das begrenzte Signal an, das von einer kurzen Ausführungsspur verfügbar ist. Dies ist analog dazu, wie der Zyklus-Konsistenz-Verlust von CycleGAN (Zhu et al., 2017) Bild-zu-Bild-Übersetzung ohne gepaarte Daten ermöglichte – beide lösen eine grundlegende Datenlimitierung durch eine architektonische oder repräsentatorische Einsicht, anstatt einfach nur zu skalieren.

Logischer Ablauf: Die Logik ist elegant linear: 1) Früherkennung erfordert kurze Sequenzen. 2) Kurze Sequenzen fehlt Unterscheidungskraft. 3) Daher die Informationsdichte pro Token (API-Aufruf) verstärken. 4) Dies erreichen durch die Fusion orthogonaler Informationskanäle (spezifische Funktion, allgemeine Aktion, Quellbibliothek). 5) Ein einfaches, effizientes Modell (TextCNN) Muster aus dieser angereicherten Sequenz lernen lassen. Diese Pipeline ist robust, weil sie die Eingabe stärkt, anstatt den Prozessor zu überkomplizieren.

Stärken & Schwächen: Die primäre Stärke ist die praktische Wirksamkeit – hohe Genauigkeit mit minimalem Laufzeit-Overhead, was einen realen Einsatz möglich macht. Die Verwendung von TextCNN, im Gegensatz zu schwereren RNNs oder Transformern, ist eine pragmatische Wahl, die dem Geschwindigkeitsbedarf in Sicherheitsanwendungen entspricht. Eine kritische Schwäche ist jedoch die potenzielle Anfälligkeit für adversarische API-Aufrufe. Eine ausgeklügelte Malware könnte gutartig aussehende API-Sequenzen aus "korrekten" DLLs und Kategorien einspritzen, um den Embedding-Raum zu vergiften – eine Bedrohung, die nicht diskutiert wird. Darüber hinaus ist das Fenster von 3.000 APIs, obwohl ein guter Benchmark, ein willkürlicher Schwellenwert; seine Robustheit über stark unterschiedliche Softwarekomplexitäten hinweg muss noch bewiesen werden.

Umsetzbare Erkenntnisse: Für Sicherheitsproduktmanager ist diese Forschung eine Blaupause: Priorisieren Sie die Merkmalsrepräsentation gegenüber der Modellkomplexität für Echtzeitbedrohungen. Das AECD-Konzept kann über APIs hinaus erweitert werden – denken Sie an Netzwerkflussprotokolle (IP, Port, Protokoll, Paketgrößenmuster) oder Systemprotokolle. Für Forscher ist der nächste Schritt, diese Methode gegen adversarische Umgehung zu härten, möglicherweise durch die Integration von Anomalieerkennungswerten im Embedding-Raum selbst. Das Feld sollte mehr von der robusten ML-Forschung borgen, wie z.B. die adversarischen Trainingstechniken, die in Arbeiten aus dem arXiv-Repository cs.CR (Kryptographie und Sicherheit) diskutiert werden.

5. Analyse-Framework: Ein praktisches Beispiel

Szenario: Analyse einer verdächtigen, neu heruntergeladenen ausführbaren Datei.

CEDMA-Analyse-Workflow:

  1. Dynamische Sandbox-Ausführung: Die ausführbare Datei wird für eine sehr kurze Dauer (Sekunden) in einer kontrollierten, instrumentierten Umgebung ausgeführt.
  2. Spurensammlung: Die ersten ~3.000 API-Aufrufe werden gehookt und aufgezeichnet, zusammen mit ihren entsprechenden DLLs.
  3. Merkmalsanreicherung (AECD):
    • Für jeden API-Aufruf (z.B. `NtCreateKey`) wird eine vordefinierte Zuordnung abgefragt, um seine Kategorie (`Registry`) zu erhalten.
    • Die aufrufende DLL (`ntdll.dll`) wird notiert.
    • Der verkettete AECD-Vektor wird aus vortrainierten Embedding-Tabellen für `NtCreateKey`, `Registry` und `ntdll.dll` generiert.
  4. Sequenzbildung & Klassifikation: Die Sequenz von 3.000 AECD-Vektoren wird in das vortrainierte TextCNN-Modell eingespeist.
  5. Entscheidung: Das Modell gibt einen Wahrscheinlichkeitswert aus. Überschreitet dieser einen Schwellenwert (z.B. >0,95), wird die Datei als potenzielle Kryptomining-Malware markiert und isoliert, bevor sie wahrscheinlich eine Netzwerkverbindung zu einem Mining-Pool initiiert.

Hinweis: Dies ist ein konzeptionelles Framework. Eine tatsächliche Implementierung erfordert umfangreiche Vorverarbeitung, Embedding-Training und Modelloptimierung.

6. Zukünftige Anwendungen & Forschungsrichtungen

  • Erweiterter Embedding-Kontext: Zukünftige Arbeiten könnten mehr Kontext, wie API-Aufrufargumente (z.B. Dateipfade, Registry-Schlüssel) oder Thread-/Prozessinformationen, in das Embedding-Schema integrieren, um noch reichhaltigere Verhaltensprofile zu erstellen.
  • Plattformübergreifende Erkennung: Anpassung des AECD-Konzepts an andere Plattformen (Linux-Systemaufrufe, macOS-APIs) für ganzheitlichen Endpunktschutz.
  • Echtzeit-Streaming-Erkennung: Implementierung von CEDMA als Streaming-Analysator, der kontinuierliche Vorhersagen trifft, während API-Aufrufe generiert werden, um die Einschränkung durch ein festes Fenster zu reduzieren.
  • Integration mit Threat Intelligence: Nutzung der AECD-abgeleiteten Merkmalsvektoren als Fingerabdruck, um Threat-Intelligence-Plattformen nach ähnlichen bekannten Malware-Verhaltensweisen abzufragen.
  • Adversarische Robustheit: Wie in der Analyse erwähnt, ist die Erforschung von Abwehrmechanismen gegen Malware, die speziell darauf ausgelegt ist, diese Erkennungsmethode zu umgehen, ein entscheidender nächster Schritt.

7. Referenzen

  1. Cao, C., Guo, C., Li, X., & Shen, G. (2024). Cryptomining Malware Early Detection Method Based on AECD Embedding. Journal of Frontiers of Computer Science and Technology, 18(4), 1083-1093.
  2. Zhu, J., Park, T., Isola, P., & Efros, A. A. (2017). Unpaired Image-to-Image Translation using Cycle-Consistent Adversarial Networks. Proceedings of the IEEE International Conference on Computer Vision (ICCV).
  3. SonicWall. (2023). SonicWall Cyber Threat Report 2023. Abgerufen von der SonicWall-Website.
  4. Berecz, T., et al. (2021). [Relevante Arbeit zur API-basierten Malware-Erkennung]. Conference on Security and Privacy.
  5. Kim, Y. (2014). Convolutional Neural Networks for Sentence Classification. Proceedings of the 2014 Conference on Empirical Methods in Natural Language Processing (EMNLP). (Seminales TextCNN-Papier).
  6. arXiv.org, cs.CR (Cryptography and Security) category. [Repository für neueste adversarische ML- und Sicherheitsforschung].